Durch die Veröffentlichungen eines “Eckpunktepapiers” des Bundesverkehrsministeriums im Oktober 2025 und die anschließenden Medienberichte ist in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, dass der Führerscheinerwerb bereits ab 2026 günstiger und die Prüfungen einfacher werden sollen. Diese Ankündigungen haben bei vielen, die ihre Ausbildung bereits begonnen haben oder in Kürze starten möchten, zu großer Unsicherheit geführt. Einige überlegen, ihre Ausbildung zu verschieben, zu unterbrechen oder erst im nächsten Jahr zu beginnen.
Wir möchten Dich daher sachlich und transparent darüber informieren, wie der tatsächliche aktuelle Sachstand ist:
Reform nur für Klasse B
Die geplante Reform betrifft nur die Ausbildung für Klasse B. Sie betrifft nicht die Umschreibung eines ausländischen Führerscheins und ist nicht für die Motorradklassen (A, A2, A1) geplant.
Es gibt aktuell keinen beschlossenen Gesetzesrahmen
Bislang existieren nur politische Bekundungen und ein sogenanntes „Eckpunktepapier“, aber kein beschlossener Gesetzesentwurf. Es ist sehr fraglich, ob alle vorgeschlagenen Punkte aus dem “Eckpunktepapier” tatsächlich so umgesetzt werden.
Neu gebildete Arbeitskreise beginnen ihre Arbeit gerade erst
Die zuständigen Facharbeitsgruppen wurden neu eingerichtet. Die Eckpunkte werden jetzt diskutiert und bis Ergebnisse vorliegen, kann es mehrere Monate dauern.
Frühester nächster Schritt: Verkehrsministerkonferenz März 2026
Bis zu dieser Konferenz der Landesminister soll ein Vorschlag erarbeitet werden. Selbst bei vollständiger Einigkeit folgen noch weitere notwendige Schritte.
Ein Inkrafttreten frühestens 2027
Angestrebt wird nach dieser Konferenz die Veröffentlichung eines konkreten Gesetzesentwurfs, der dann jedoch noch die vorgeschriebenen parlamentarischen Hürden durchlaufen muss. Bisher konnte auch niemand der Verantwortlichen beantworten, um wie viel der Führerschein günstiger werden soll.
Wichtige Hinweise für Dich als Fahrschülerin oder Fahrschüler
Wenn Du Deine Ausbildung unterbrichst oder verschiebst, besteht die Gefahr, dass:
- Dein bestehender Antrag Fahrerlaubnis (Prüfungserlaubnis) abläuft und neu beantragt werden muss.
- Dein absolvierter Theorieunterricht oder Sonderfahrten verfallen und wiederholt werden müssen.
- Dein Ausbildungsvertrag abläuft und erneuert werden muss.
Das verursacht zusätzlichen Zeitaufwand, kann zusätzliche Kosten nach sich ziehen und verzögert den Zeitpunkt, zu dem Du Deinen Führerschein erhalten kannst.
Was bedeutet das für Deine aktuelle Ausbildung?
- Deine laufende Ausbildung ist sicher und unverändert gültig.
- Der theoretische Unterricht muss aktuell in Präsenzform gehalten werden. Online-Theorieunterricht ist nicht momentan nicht erlaubt.
- Ein Abwarten bringt keinerlei Vorteil, da es bis 2027 keine neuen Regeln geben wird.
- Ein Abbruch oder eine Pause kann im Gegenteil zu Zeitverlust, mehr Fahrstunden und dadurch zusätzlichen Kosten führen.
Wir empfehlen Dir daher, Deine Ausbildung wie geplant fortzusetzen, um Deinen Führerschein ohne unnötige Verzögerungen zu erhalten.
Bericht BR vom 20.12.25 → https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/fuehrerschein-bleibt-teuer-minister-raet-vom-warten-ab,V5vcdBH
Bericht BR vom 13.1.26 → https://www.br.de/nachrichten/bayern/wird-der-fuehrerschein-2026-guenstiger-reformen-tipps-sparen,V84zZAu

